9.10.2018 Postwachstumsökonomie und die Rolle der Haushalts- und Lokalökonomie

Hier eine Veranstaltung, die nicht von der Transition Town durchgeführt wird, aber die uns thematisch doch sehr nahe steht:

 

Zeit: Dienstag 9. Oktober 2018, 19:00 Uhr
Ort: Zeughaus Augsburg, Hollsaal a+b, Zeugplatz 4, 86150 Augsburg
Eintritt frei (Spenden erbeten)
Veranstalter: Attac Augsburg, AK Finanzkrise und Alternativen
Thema: Postwachstumsökonomie und die Rolle der Haushalts- und Lokalökonomie
Referent: Lex Janssen, München

Bei der Postwachstumsökonomie geht es darum, sich vom grenzenlosen Wachstum des
globalen Marktes mit seinen Profiterwartungen zu befreien. Wir können nicht erwarten,
dass die wirtschaftspolitischen Strategien von Unternehmen und Regierungen diesem
Anliegen folgen werden: sie sind programmiert auf stets steigende Börsenwerte und
Renditen. Somit ist die Postwachstumsökonomie eine innere Haltung, bei der sich
Einzelne bewusst für weniger Güter und einen längeren Gebrauch derselben entscheiden.
Hierzu gibt bereits zahlreiche Ansätze: Sharing-Economy, Repair-Cafés, Urban Gardening,
Permakultur u.a.m.
Das umfassende Prinzip dahinter kann man so formulieren: Durch Gebrauchsvermögen
mit weniger Einkommen besser auskommen. Die Voraussetzung dafür ist z.B.
Wohneigentum, das nach der Anfangsinvestition die Lebenshaltungskosten drastisch
senkt. Man denke an ein kleines Haus mit Garten zum Wohnen und Anbau von
Lebensmitteln, eine Photovoltaik- und Solarthermie-Anlage für die Energierversorgung
usw. Damit kann versorgungstechnische Marktunabhängigkeit zu einem Wohlstandsziel
für die „kleinen Leute“ werden. Ein eigenständiger Haushalt kann auch in eine globale
Wirtschaftskrise gut überstehen.
Diese Art der bedarfsorientierten Haushaltsökonomie geht Hand in Hand mit einer
gesunden Lokalökonomie. Sie macht eine ökonomische Schrumpfungsphase, die
ökologisch unvermeidbar ist, für die Menschen in der Region sozial verkraftbar. Die Politik
könnte beim Boden- und Baurecht sowie bei den Finanzierungskonditionen dazu
beitragen, dass das besagte Gebrauchsvermögen der Bevölkerung schnell erreicht wird.
Das wäre konkreter, praktischer Wohlstand für jedermann – im Einklang mit der Umwelt.
Lex Janssen ist Politologe (M.A.), Ökonom und Naturkost-Unternehmer. Er ist aktueller
Vorstandsvorsitzender der E. F. Schumacher-Gesellschaft für politische Ökologie e.V.

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