Internationaler Tag der biologischen Vielfalt

Beinahe alle Staaten der Erde haben die Biodiversitätskonvention unterschrieben, die auf der Konferenz der Vereinten Nationen zu Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro erarbeitet wurde. Seit dem Jahr 2000 findet am 22. Mai der Internationale Tag der biologischen Vielfalt statt. 2015 lautet das Motto “Biodiversität für nachhaltige Entwicklung”. Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraumes oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora und Fauna. Im Global Biodiversity Assessment von 1995 wurden für die Erde insgesamt eine Zahl von rund 1,75 Millionen beschriebener Arten angegeben. Diese Zahl ist nur ein Schätzwert. Eine genaue Aufstellung existiert nicht. Heute rechnet man mit insgesamt über 2 Millionen beschriebenen Arten. Es gibt sogar Wissenschaftler*innen, die von 5 bis 15 Millionen Arten ausgehen. Vom Gebiet der Bundesrepublik Deutschland sind 4.105 höhere Pflanzenarten (Gefäßpflanzen) erfasst. Geschätzt sind 44.787 vielzellige in Deutschland lebende Tierarten dokumentiert.

Regelmäßig veröffentlicht die Weltnaturschutzunion (IUCN – International Union for Conservation of Nature and Natural Resources) ihre “Rote Liste” der bedrohten Arten. Im Juni 2013 enthielt die Liste 70.294 Arten, 20.934 davon waren laut IUCN vom Aussterben bedroht. Bei der geschätzten Gesamtmenge scheint das keine große Zahl zu sein. Doch das ökologische Gleichgewicht ist empfindlich. Stirbt beispielsweise eine Pflanze aus, von der sich eine bestimmte Insektenart vorwiegend ernährt, ist auch diese in ihrem Bestand gefährdet.

Gerade derer intensiven Landwirtschaft und der monokulturellen Bebauung der Ackerflächen sind viele Tier- und Pflanzenarten zum Opfer gefallen. Insektizide und Pestizide töten nie nur die Schädlinge, sondern schaden auch anderen Lebewesen und Pflanzen. Wird ihr Lebensraum vergiftet, werden sie zurückgedrängt. Nur in den seltensten Fällen suchen sich die Arten neue Nischen und neue Lebensräume – und selbst wenn das geschieht, müssen aus den neu besiedelten Flächen wiederum andere Arten verdrängt werden.

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